
Der Amoklauf eines Irren, der nie geschnappt wurde; der unfassbare Chiffre-Killer, der das ganze Land in Angst und Schrecken versetzte â Amerikas GegenstĂŒck zu Jack the Ripper. Ăffentlich sprach er von 13 Opfern, spĂ€ter von weiteren â zwei Dutzend weiteren. Die Polizei wies ihm sieben Taten nach â fĂŒnf dieser Opfer starben. Wie viele Morde der wohl legendĂ€rste Serienmörder der USA wirklich beging, wird vermutlich nie ans Licht kommen. In Anlehnung an die wahre Geschichte eines Serienmörders, der den GroĂraum San Francisco in Atem hielt und jahrzehntelang die Behörden in vier Verwaltungsbezirken mit seinen Chiffren und Briefen verspottete, inszenierte David Fincher nach âSe7enâ und âFight Clubâ nun den Thriller âZodiacâ. Vier MĂ€nner sind von der Jagd auf den JĂ€ger besessen â diese Besessenheit verĂ€ndert sie völlig und macht sie zu Gespenstern ihrer selbst: Die endlosen Hinweise, die der Killer hinterlĂ€sst, dominieren ihr Leben â und zerstören es. Die Handlung des Films beruht auf den beiden BĂŒchern âZodiacâ und âZodiac Unmaskedâ von Robert Graysmith, die die Geschichte eines Serienkillers erzĂ€hlen, der Ende der 60er Jahre in Amerika sein Unwesen trieb. Er gab sich selbst den Namen âZodiacâ und verfasste einige Briefe an eine Zeitung, in denen er seine Morde kommentierte. Er wurde nie gefasst, Graysmith, der damals bei der Zeitung arbeitete, die die Briefe erhielt, glaubt zwar, daĂ er den âZodiacâ enttarnt hat, doch sein VerdĂ€chtiger starb noch bevor er festgenommen werden konnte.
David Fincher verfilmte die wahre Geschichte des amerikanischen Massenkillers, der sich selbst Zodiac nannte. Der Zodiac tötete von 1968 an ĂŒber mehrere Jahrzehnte scheinbar wahllos Menschen im Raum San Francisco und wurde nie gefasst. Der Zodiac gilt als das US-Pendant zum britischen Jack the Ripper.
Der Film beginnt mit dem hinterhĂ€ltigen Ăberfall eines Unbekannten auf ein junges Paar, das sich in seinem Auto an einen romantischen Fleck zurĂŒckgezogen hatte. Nachdem der spĂ€tere Mörder dem Paar gefolgt und es verschreckt hatte, schlug er ohne Vorwarnung und Ă€uĂerst brutal zu und feuerte mehrfach auf die beiden.
Einige Zeit und Morde spĂ€ter wendet sich der unerkannt geblieben Mörder mit der Drohung weitere Menschen zu töten an verschiedene Tageszeitungen im Raum San Francisco, wenn sie nicht seine Botschaften veröffentlichen wĂŒrden. Angeblich sollten diese Chiffren, sobald sie enkodiert waren seine IdentitĂ€t preisgeben. Stattdessen enthielten sie immer neue Drohungen und es folgten auch immer wieder Morde.
Auf diese Weise kommen neben den beiden mit dem Fall betrauten Polizisten Dave Toschi (Mark Ruffalo) und William Armstrong (Anthony Edwards) auch der Star-Kriminal-Reporter des San Francisco Chronicle Paul Avery (Robert Downey Jr.) und der junge Karikaturist Robert Graysmith (Jake Gyllenhaal) mit dem Killer in BerĂŒhrung, der sie die nĂ€chste Zeit ihres Lebens beschĂ€ftigen soll. Fincher arbeitet in Zodiac nun deren Schicksal auf und prĂ€sentiert so die gĂ€ngigen Theorien ĂŒber den Massenmörder.
Dave Toschi ist jung und ehrgeizig. Der Zodiac scheint seine groĂe Chance zu sein. Sein Image als smarter, junger Cop findet sogar Eingang in die Welt des Kinos, wo er als Rollenvorbild herhalten darf. Doch sein Stern sinkt im Verlauf der Jahre. Er verfolgt die Spuren Zodiacs, die letztendlich immer wieder im Sand verlaufen. Frustriert muss er den Fall immer wieder Ruhen lassen, um beim nĂ€chsten todbringenden Lebenszeichen des Mörders wieder seine Spur aufzunehmen. Letztendlich scheitert er.
Das Pendant zu seinem Partner Toschi. Doch anders als sein Partner Toschi kapituliert er frustriert von der wenig ergiebigen Ermittlungsarbeit frĂŒh und wendet sich anderen FĂ€llen zu.
Er ist der Star-Kriminal-Reporter beim San Francisco Chronicle. Er ist jung und Ă€uĂerst erfolgreich. Er verfĂŒgt ĂŒber gute Kontakte zu den Cops und dank eines âgeben-und-nehmenâ profitieren beide Seiten. Doch hinter der Erfolgsfassade lauern sein Hang zur Hybris und Selbstzerstörung, die ihn â verstĂ€rkt durch die erfolglose Jagd nach dem Zodiac â immer tiefer ins UnglĂŒck stĂŒrzen. Er kapituliert schlieĂlich, inzwischen schwer drogenkrank, komplett, wirft die Brocken beim Chronicle hin und stirbt letztlich an den Folgen seiner Sucht.
Als junger Praktikant ist er zufĂ€llig dabei, als in der Redaktion des San Francisco Chronicle der erste Brief mit Zodiacs Chiffren eintrifft und fĂŒr Aufregung sorgt. Nachdem er nach kurzer Zeit von einem alten Ehepaar dekodiert wurde, ist er es, der die tiefere Botschaft in den Zeilen entdeckt, die auf den Kinofilm Graf Zaroff â Genie des Bösen verweisen. Im Lauf des Films gerĂ€t er immer weiter in die FĂ€nge des Mörders, da er sich seiner schaurigen Faszination nicht erwehren kann. Zu Beginn sucht er noch die NĂ€he zu Star-Reporter Avery, um spĂ€ter sogar seine Frau Melanie (ChloĂ« Sevigny) und seine Familie derart zu vernachlĂ€ssigen, dass diese ihn verlĂ€sst.